Die Arbeit untersucht, inwieweit und mit welchen rechtlichen Instrumenten der Versorgungsverkehr von Dienstleistern, unter anderem Handwerksbetrieben, in ein Konzept nachhaltiger urbaner Mobilität integriert werden kann, um die langfristige Sicherung der Quartiersversorgung in Städten zu gewährleisten. Den Ausgangspunkt bildet die These, dass die gegenwärtige Verkehrswende den motorisierten Individualverkehr zwar sachgerecht reduziert, den funktional notwendigen Versorgungsverkehr jedoch nicht hinreichend berücksichtigt. Methodisch verknüpft die Untersuchung eine rechtsdogmatische Analyse mit einer systematischen Auswertung der einschlägigen Regelungsmaterien, namentlich des Straßenverkehrsrechts, des Bauplanungs- und Bauordnungsrechts sowie des Straßenrechts, unter gleichzeitiger Berücksichtigung des formellen und materiellen Verfassungsrechts. Im Zentrum stehen konkrete Regelungskonstellationen wie Verkehrsverbote und Maßnahmen des Parkraummanagements im urbanen Raum und deren Auswirkungen auf den Versorgungsverkehr. Aufbauend darauf und unter Rückgriff auf höherrangiges Recht entwickelt Larissa Nathalja Nicolaus einen normativen Rahmen für dessen Berücksichtigung. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Analyse des einfachen Rechts und der Frage, wie eine Integration des Versorgungsverkehrs sowohl de lege lata als auch de lege ferenda gelingen kann. Die Autorin zeigt, dass bereits das geltende Recht vielfältige Ansatzpunkte zur Berücksichtigung des Versorgungsverkehrs bereithält, etwa durch spezifische Ausnahme- und Differenzierungsregelungen in den Straßengesetzen der Länder. Zugleich werden erhebliche Vollzugsdefizite sowie ein fortwährender Bedarf an der Weiterentwicklung des Rechts der nachhaltigen urbanen Mobilität deutlich. Larissa Nathalja Nicolaus leistet mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur rechtswissenschaftlichen und verkehrspolitischen Diskussion, indem sie den Versorgungsverkehr als eigenständige, systemrelevante Kategorie urbaner Mobilität abbildet. Eine integrierte und funktionsgerechte Verkehrsplanung stellt eine notwendige Voraussetzung für die nachhaltige Sicherung der städtischen Quartiersversorgung im 21. Jahrhundert dar.
Price: £76.70
Pages: 240
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Schriften zum Infrastrukturrecht
Publication Date:
30 July 2026
ISBN: 9783162005755
Format: Paperback
BISACs:
LAW / Criminal Law / General, Verkehrsrecht, Verkehrsstraf- und Verkehrsordnungswidrigkeitenrecht, LAW / Transportation, LAW / Administrative Law & Regulatory Practice, LAW / Construction, LAW / Constitutional, Straßen- und Wegerecht, Öffentliches Baurecht, Verfassungsrecht
Geboren 1999; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Münster; 2023 Erste Juristische Prüfung; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Fröhler-Institut München; 2025 Promotion; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am VG Düsseldorf; Rechtsreferendariat am OLG Düsseldorf.
Einführung
A. Hintergrund und Aktualität der Arbeit - B. Ziel der Arbeit und Gang der Untersuchung
Kapitel 1: Nachhaltige Mobilität und Versorgungsverkehr in der Stadt
A. Herausforderungen einer nachhaltigen urbanen Mobilität - B. Urbaner Versorgungsverkehr - C. Resümee: Ausgangslage des Versorgungsverkehrs
Kapitel 2: Berührte Rechtsmaterien und Kompetenzen
A. Rechtsmaterien - B. Kompetenzen - C. Zwischenresümee
Kapitel 3: Regelungssituationen im nachhaltigen urbanen Verkehrsgeschehen
A. Streckenbezogene Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverbote - B. Urbane Parkraumgestaltung - C. Flächendeckende Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverbote - D. Ausblick: Integrierte Verkehrsplanung
Kapitel 4: Impulse und Grenzen: Verfassungs- und Unionsrecht
A. Grundrechte - B. Europäischer Rechtsrahmen - C. Ergebnis zur Untersuchung des höherrangigen Rechts
Kapitel 5: Möglichkeiten zur Berücksichtigung des Versorgungsverkehrs im einfachen Recht de lege lata und de lege ferenda
A. Streckenbezogene Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverbote - B. Urbane Parkraumgestaltung - C. Flächendeckende Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverbote - D. „Versorgungsverkehrgesetz (VersVG)"
Schlussbetrachtungen: Der Versorgungsverkehr in der Stadt der Zukunft
A. Wesentliche Erkenntnisse - B. Fazit und Ausblick