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Unruhe der Berührung

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Auf der Suche nach ethischen Aufbrüchen aus Sitte und Moral des Körpers erweist sich das Berühren als wegweisend: Es vollzieht sich nicht als Inkarnation und Verstetigung des erstrebten Guten, sondern als Konfrontation mit einer Lücke...
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  • 31 January 2027
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Die Wahrheit des Körpers kann nicht gewählt, konstruiert oder diskursiv ‚gemacht' werden. Sie ereignet sich in der sinnlich-affektiven Verschränkung, in der Berührung des Anderen, die uns ruhelos - dem Realen unseres Begehrens preisgegeben - zurücklässt. Rebekka A. Klein stellt sich der Herausforderung eines Denkens der Unruhe der Berührung, indem sie eine psychoanalytisch-materialistische Konzeption der Inkonsistenz des menschlichen Körpers entwirft und das Ethische aus der Autorität und Wahrheit der sinnlich-affektiven Kraft der Körper neu zu ergründen sucht. Berührung wird darum nicht als gesicherte ethische Episteme, nicht als taktiles Körperwissen, sondern als Ort auf der Schwelle zur Krise mit offenem Ausgang angesprochen. Die Berührung erschafft eine Welt der zwischenleiblichen Verbindung wie Verstrickung, in welcher nicht der Fernsinn, sondern der Nahsinn des Körpers die Regie übernimmt. Umso mehr steht sie auf prekäre Weise unentschieden zwischen Verletzung und Zärtlichkeit, zwischen Disruption und Annäherung. Auf der Suche nach ethischen Aufbrüchen aus Sitte und Moral des Körpers erweist sich das Berühren gerade darum als wegweisend: Es vollzieht sich nicht als Inkarnation und Verstetigung des erstrebten Guten, sondern als Konfrontation mit einer Lücke im Begehren der Verkörperungen des guten Lebens.
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Price: £25.00
Pages: 300
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Publication Date: 31 January 2027
ISBN: 9783162008480
Format: Paperback
BISACs:

PHILOSOPHY / Ethics & Moral Philosophy, Ethik und Moralphilosophie, PHILOSOPHY / History & Surveys / General, Westliche Philosophie: nach 1800

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Geboren 1980; 2009 Promotion in Ev. Theologie an der Universität Zürich; 2014 Habilitation an der Universität Rostock; Professorin für Systematische Theologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

1. Einleitung
1.1 Zur Möglichkeit einer karnalen Ethik
1.2 Radikale Sünde - Abbruch der moralischen Selbstberuhigung des Menschen
1.3 Affekte - Kräfte der Preisgabe des Subjekts in eine Exteriorität des Körpers
1.4 Berührung - jenseits der Vereinnahmung des Körpers als Manifestation des Guten
2. Der Körper als Medium zur Welt?
2.1 Kulturalisierung des Humanen - Türöffner des Transhumanen
2.2 Rückkehr des Realitätsprinzips in einer Pandemie der Körper
2.3 Leib als Medium des Entzugs und nicht-aufgehender Rest
2.4 ‚Ohne' Sinn - zur Exteriorität des Körpers
2.5 Verkörperung - der Körper als interaktive Materie
2.6 Auf-Gabe des Körpers - Inkarnation radikal und jenseits bloßer Medialität
3. Eine ethische Episteme des Körpers?
3.1 Zur kritischen Autorität des Körpers in einer karnalen Ethik
3.2 Vom Körper erfasst - zur affektiven Wahrheit der Preisgabe des Subjekts
3.3 ‚Fremdkörper' - jenseits der (Re-)Integration des Gebrochenen und Verletzten
3.4 Karnalität - materialistisches Konzept der Inkonsistenz humaner Realität
3.5 Im Affekt - eine ‚letzte Differenz' zur Maschine
3.6 Verzicht auf die Unruhe der Berührung - zur Regierbarkeit des affektiven Körpers
4. Berührung als Inkarnation des Guten?
4.1 Unwiderstehliche Präsenz - zur sinnlichen Intensität des ‚fleischlichen' Körpers
4.2 Materiales Gewicht - diesseits der Metaphern der Berührung
4.3 Berührung - ‚zärtlicher Taktgeber' des Lebens?
4.4 Episteme der Berührung - vom souveränen Subjekt zum pathischen Wir
4.5 Durchbrechen des Blicks - karnale Überschreitung der okularen Zentrierung
4.6 Der berührbare Körper - post-humane Materialität des Politischen?
4.7 Aufruhr, Be(un)ruhigung, Desorientierung - Berührung als Quelle der Ethik
4.8 Nancys Herausforderung jeder möglichen Ethik der Berührung
4.9 Anmaßungen der Mittelbarkeit - zur Macht des sinnlichen Genießens
4.10 Ethik karnaler Insistenz - zur Sprengkraft des Eros bei Irigaray
5. Schluss: Eine karnale Ethik des affektiven Körpers
5.1 Zur Unentscheidbarkeit des affektiven Körpers
5.2 Plädoyer für eine kritisch-disruptive Ethik