Einige der faszinierendsten und noch heute einflussreichen Erzählungen der deutschen Rechtsgeschichte entstanden unter dem geistesgeschichtlichen Paradigma. Jörg Spörl entwirft auf Grundlage sprachwissenschaftlicher Modelle erstmals ein Analyseraster für rechtshistorische Erzählungen, das einen vergleichenden Blick auf diese Texte und ihre Facettenvielfalt eröffnet. Im Zentrum der Analyse steht die erste große geistesgeschichtliche Erzählung der Großen Rechtsdenker Erik Wolfs. Das Werk wird umfassend aus zeitgenössischen Referenzdiskursen rekonstruiert. Sie geben Aufschluss über die Wahl des historischen Stils. Die Blickrichtungen vereinigen sich in den Aporien einer Rechtsgeschichte der zweiten Moderne, die ihr Narrativ entlang charakteristischer Topoi des rechtstheoretischen Diskurses entspinnt. Damit schließt die Arbeit eine Lücke in der Forschung zum Rechtswissenschaftler Erik Wolf und öffnet gleichzeitig Perspektiven auf die Fragen nach Kontinuität und Brüchen in der deutschen Rechtswissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Schließlich erlaubt sie ein tieferes Verständnis für die Kunst rechtshistorischen Erzählens und einen Blick auf die reichen Gestaltungen geistesgeschichtlicher Rechtsgeschichte.
Price: £116.40
Pages: 480
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts
Publication Date:
31 July 2026
ISBN: 9783162002723
Format: Hardcover
BISACs:
LAW / Legal History, Rechtsgeschichte
Geboren 1987; 2014 Erstes Juristisches Staatsexamen; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln; 2020 Zweites Juristisches Staatsexamen und Richter auf Probe am Landgericht Offenburg; Referent für Bankenrestrukturierung, Bankenregulierung sowie Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht am Bundesministerium der Finanzen.
Einleitung
Erster Teil: Elemente und Strukturen der Großen Rechtsdenker
I. Methode: Wonach sucht man im rechtshistorischen Paradigma? - II. Der historische Stil der Rechtsdenkererzählung - III. Zusammenfassung
Zweiter Teil: Linien
I. Werk des Widerstands oder Legitimation des Nationalsozialismus? Eine politische Verortung - II. Das historische Feld und eine pädagogische Literaturgeschichte - III. Der dramatisch-organizistische Einfluss der Soziologie - IV. Eine philosophische Lesart der Rechtsdenkererzählung? - V. Rechtswissenschaft der zweiten Moderne
Gesamtergebnis