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Origenes und der Platonismus

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Mit dem Verhältnis des christlichen Denkers Origenes zum Platonismus widmet sich Johannes Rensinghoff einem zentralen Thema der Ideengeschichte. Er stellt erstmals systematisch dar, was Origenes selbst für platonisch hält, und zeichnet es in den Kontext...
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  • 30 November 2026
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Das Verhältnis des Origenes zu Platon und zum platonischen Denken ist von zentraler Bedeutung für die antike Ideengeschichte. Johannes Rensinghoff beschreibt dieses Verhältnis erstmals konsequent anhand der expliziten Selbstaussagen des Origenes. Dazu geht er den Fragen nach, wer Platon für Origenes ist und was dieser selbst für platonisch hält, bevor der so rekonstruierte ‚origeneische Platonismus' in den Kontext des zeitgenössischen Platonismus eingezeichnet wird.
Zunächst wird dargestellt, inwiefern Origenes in Platon den herausragenden Exponenten der Philosophie sieht: Platon habe als Seele, die aus der obersten Himmelsregion stammte, eine vollkommene Erkenntnis der theoretischen Weisheit besessen; er sei dann jedoch von Gott abgefallen und habe sich in den Dienst des Dämonenfürsten gestellt. Aus dieser Konstellation erklärt sich, dass Origenes die platonische Lehre für identisch mit der christlichen Lehre hält (und ihr sogar einen gewissen Nutzen für sein Projekt der vernünftigen Explikation der biblischen Offenbarung zuschreiben kann), dass er jedoch Platon sowie die platonischen Schriften gleichzeitig scharf kritisiert (insbesondere insofern sie zur Dämonenverehrung auffordern).
Anschließend wird der origeneische Platonismus (also das, was Origenes für platonisch hält) auf der Grundlage der expliziten Platonrezeption im Contra Celsum rekonstruiert und mit Origenes' eigener Lehre sowie den Lehren zeitgenössischer Platoniker verglichen. Dabei zeigt sich, dass Origenes' Lehrsystem mit ‚seinem Platonismus' in allen wesentlichen Punkten übereinstimmt; gleichzeitig lässt sich dieser ‚origeneische Platonismus', wie auf der Grundlage zahlreicher wenig beachteter, auch anonymer Zeugen des sogenannten Mittelplatonismus herausgearbeitet wird, bruchlos in das zeitgenössische platonische Denken einordnen, und zwar als nicht-plotinischer Neuplatonismus / Numenianismus.

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Price: £121.00
Pages: 536
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Studien und Texte zu Antike und Christentum / Studies and Texts in Antiquity and Christianity
Publication Date: 30 November 2026
ISBN: 9783162001603
Format: Paperback
BISACs:

PHILOSOPHY / History & Surveys / Ancient & Classical, Antike griechische und römische Philosophie

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Geboren 1995; 2025 Promotion an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; Akademischer Rat a.Z. an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Bereich Ältere Kirchengeschichte.

Teil I: Origenes und die Philosophie
1. Forschungsübersicht und Aufgabe: Origenes und die Philosophie
2. Auch eine Geschichte der Weisheit
2.1 Die Weisheit als Gottes Sohn und Schöpfungsmittler
2.2. Die primäre Schöpfung - Vernunftwesen
2.3. Die Geschichte der Vernunftwesen in Raum und Zeit
2.4. Fazit: Auch eine Geschichte der Weisheit
3. Die Philosophie angesichts der Offenbarung
3.1. Philosophie als „leere Täuschung" (κενὴἀπάτη)
3.2. Philosophie und Weltweisheit
3.3. Fazit: Die Philosophie angesichts der Offenbarung
4. Der Nutzen der griechischen Philosophie
5. Rückblick auf Teil I: Origenes und die Philosophie
Teil II: Origenes' Platonismus und das zeitgenössische Platon-Verständnis
6. Aufgabe und historischer Kontext: Origenes' Platonismus und das zeitgenössische Platon-Verständnis
7. Die Konzeption der ‚beseelten Weisheit' - eine systematische Einordnung der origeneischen Lehre vom zweiten Gott im zeitgenössischen Platonismus
7.1. Die Seele des Demiurgen bei Platon und im zeitgenössischen Platonismus
7.2. Parallelen der origeneischen Konzeption bei den platonischen Philosophen
7.3. Fazit: Die Konzeption der ‚beseelten Weisheit' - eine systematische Einordnung der origeneischen Lehre vom zweiten Gott im zeitgenössischen Platonismus
8. Platon als weiser Prophet eines Äonenfürsten (Cels. 8,3-5)
8.1. Die Himmelsprozession aus dem Phaedrus bei Origenes
8.2. Mittelplatonische Parallelen: Pl. Phdr. 246e6-247a1 und 250b7-8 als Marker einer platonischen Theo- und Anthropologie
8.3. Fazit: Platon als weiser Prophet eines Äonenfürsten (Cels. 8,3-5)
9. Gott
9.1. Gott-Vater und Gott-Sohn
9.2. Heiliger Geist?
9.3. Die Unkörperlichkeit der göttlichen Wesenheit
9.4. Der zweistufige Aufstieg über die Weisheit zu Gott
9.5. Sprechen über Gott
9.6. Fazit: Gott
10. Kosmos
10.1. Die physikalische Verortung des überhimmlischen Ortes
10.2. Die „Umdrehung" (περιφορά) des Himmels
10.3. Materie, Übel und göttliche Vorsehung
10.4. Fazit: Kosmos
11. Vernunftwesen
11.1. Der Ursprung der Seelen
11.2. Der Fall und Abstieg der Seelen
11.3. Der Körper der Seelen
11.4. Fazit: Vernunftwesen
12. Rückblick auf Teil II: Origenes' Platonismus und das zeitgenössische Platon-Verständnis
13. Fazit und Ausblick