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E-Evidence

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Seit August 2026 sind die Strafverfolgungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten befugt, grenzüberschreitende Anordnungen zur Herausgabe von Daten gegenüber Digitalkonzernen zu erlassen. Peter Meißner ordnet diesen Mechanismus in den größeren Kontext ein und unterzieht ihn einer unionsverfassungsrechtlichen Prüfung.
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  • Format:
  • 31 October 2026
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Seit August 2026 können die Strafverfolgungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten Anordnungen zur Datenherausgabe an Digitalkonzerne erlassen, die ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat haben. Als Grundlage hierfür dient die E-Evidence-Verordnung, die den Erlass von Europäischen Herausgabe- sowie Sicherungsanordnungen ermöglicht. Dies geschieht im Zusammenwirken mit der Vertreter-Richtlinie, auf deren Grundlage Digitalkonzerne, die ihre Dienste in der Europäischen Union anbieten, mindestens eine Niederlassung oder einen "Vertreter" in einem EU-Mitgliedstaat benennen müssen, an welchen entsprechende Anordnungen adressiert werden können. Diese gesetzlichen Neuerungen beruhen auf der Annahme, dass das bestehende System grenzüberschreitender Beweisermittlung nicht hinreichend effektiv ist und den Anforderungen effektiver Ermittlungen im digitalen Zeitalter nicht mehr ausreichend gerecht wird, sofern es maßgeblich auf zwischenstaatlicher Kooperation beruht und in der Europäischen Union auf den Konzepten von gegenseitiger Anerkennung und gegenseitigem Vertrauen aufbaut,. Vielmehr erscheint vor dem Hintergrund der Besonderheiten der digitalen Sphäre ("data is different") eine grundlegende Neuausrichtung der justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen erforderlich.
Um die Tragfähigkeit dieser These zu prüfen, arbeitet Peter Meißner zunächst die verschiedenen Modelle zur Gewinnung digitaler Beweise heraus. Im Rahmen einer umfangreichen unionsverfassungsrechtlichen Analyse widmet er sich insbesondere der Frage, ob durch den neuen Mechanismus sowie dessen Umsetzung durch die E-Evidence-Verordnung ein hinreichendes Mindestmaß an (unions-)grundrechtlichem Schutz gewährleistet bleibt. Dabei spielt auch eine Rolle, ob den Digitalkonzernen Pflichten zur (Grundrechts-)Kontrolle von eingehenden Anordnungen auferlegt werden dürfen ("Privatisierung der Rechtshilfe"). Daneben werden für die Zulässigkeit des Instruments bzw. dessen praktischer Effektivität zentrale Fragen behandelt, wie etwa die Vereinbarkeit mit der unionalen Kompetenzordnung oder Konflikten mit dem Recht der USA.

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Price: £85.60
Pages: 320
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Studien zum europäischen und deutschen Öffentlichen Recht
Publication Date: 31 October 2026
ISBN: 9783162007704
Format: Paperback
BISACs:

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Geboren 1996; 2021 Erste Juristische Prüfung; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Recht der Digitalisierung der Universität Bielefeld; 2023 Visiting Researcher am European University Institute; 2024-25 LL.M.-Studium an der New York University School of Law; 2026 Promotion; Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin.

§ 1 Einführung
Erster Teil: Zwischenstaatliche Kooperation in Strafsachen
§ 2 Beweisrechtshilfe - § 3 Zwischenstaatliche Kooperation in Strafsachen in der Europäischen Union auf der Grundlage von gegenseitiger Anerkennung und gegenseitigem Vertrauen
Zweiter Teil: Digitale Beweismittel und grenzüberschreitender Zugriff
§ 4 Probleme und Lösungsmodelle der grenzüberschreitenden Ermittlung digitaler Beweise - § 5 Implementierung des grenzüberschreitenden Zugriffs im Unionsrecht: Die E‑Evidence‑Verordnung - § 6 Vereinbarkeit von grenzüberschreitendem Zugriff und E‑Evidence‑Verordnung mit Unionsverfassungsrecht - § 7 Ausblick: Konflikt mit dem Recht der USA
Schluss
§ 8 Ausblick - § 9 Zusammenfassung in Leitsätzen