Skip to product information
1 of 0

Diskursive Integration ins Römische Reich

Publisher:

Regular price £28.00
Sale price £28.00 Regular price £0.00
Sale Sold out
Wie wurde aus einer von vielen biblischen Gesetzessammlungen der Dekalog - und aus ihm die Richtschnur universaler Ethik? Maren R. Niehoff zeigt die Bedeutung römischer Rechtsdiskurse, in die jüdische, christliche und griechische Autoren ihre jeweilige...
Read More
  • Format:
  • 30 November 2026
View Product Details

Maren R. Niehoff zeigt, wie aus einer von vielen biblischen Gesetzessammlungen der Dekalog wurde - und mit ihm eine Richtschnur universaler Ethik. Römische Rechtsdiskurse spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn jüdische, christliche und griechische Autoren integrieren ihre jeweilige Tradition über den Dekalog im Römischen Reich.
Folgende Entwicklungsstufen ergeben sich bei einer philologisch und historisch orientierten Textanalyse:
In der Bibel und zur Zeit des Zweiten Tempels spielen die Zehn Gebote noch keine besondere Rolle, weder im hebräisch- noch im griechischsprachigen Judentum. Die Pionierarbeit leistet im ersten Jahrhundert Philon von Alexandria, der dem Dekalog als ethischem Grundgesetz erstmals einen separaten Traktat widmet, inspiriert von Handbüchern des römischen Rechts.
In den Schriften des Neuen Testaments, die hier chronologisch behandelt werden, erscheint die universale Geltung der Zehn Gebote erst im Römerbrief, der die scharfe Gesetzeskritik des Galaterbriefes nuanciert. Paulus verbindet den Christusglauben mit dem Herrscherlob und fordert, wie Seneca, universale ethische Normen, die er an das Liebesgebot bindet. Auch die synoptischen Evangelien greifen den Dekalog auf und lesen ihn paulinisch.
Josephus und die rabbinische Literatur interpretieren den Dekalog als Teil eines Abnabelungsprozesses vom Christentum. Dabei treten zwei hermeneutische Knotenpunkte hervor: die Rolle der Priester beim Rezitieren des Dekalogs im Jerusalemer Tempel und die Reaktion auf die christliche Inanspruchnahme der universalen Gebote des Dekalogs.
In der Spätantike führen christliche und pagane Autoren Debatten über den Dekalog im Blick auf das Judentum. Orthodoxe Positionen konsolidieren sich durch Rekurs auf den Dekalog, während heterodoxe Autoren ihn marginalisieren. Kaiser Julian appelliert an den Dekalog in einem letzten Versuch, das Römische Reich unter universalen Werten zu vereinen.

files/i.png Icon
Price: £28.00
Pages: 261
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Tria Corda
Publication Date: 30 November 2026
ISBN: 9783162006783
Format: Paperback
BISACs:

RELIGION / Biblical Studies / New Testament, Neues Testament, RELIGION / Judaism / Sacred Writings, PHILOSOPHY / Ethics & Moral Philosophy, RELIGION / History, LAW / Legal History, Jüdische Texte: Tanach, Tora, Nevi’im, Ketuvim, Rabbinische Literatur, Ethik und Moralphilosophie, Kritik und Exegese heiliger Texte, Geschichte der Religion, Rechtsgeschichte

REVIEWS Icon
Maren R. Niehoff (Von (Autor))
Geboren 1963; 1989 Promotion an der University of Oxford; Max Cooper Professor für Jüdisches Denken an der Hebräischen Universität Jerusalem, Israel; Mitglied der Israelischen Akademie der Wissenschaften.

Einleitung: Wie kann man sich den Anfängen nähern?

1. Die Erfindung des Dekalogs im römischen Kontext: Philon von Alexandria als Pionier einer ethischen Gesetzeskonzeption im Judentum

2. Der späte Durchbruch zum Dekalog im Neuen Testament

3. Von Flavius Josephus bis zu den Rabbinen: Wird die Sonderstellung des Dekalogs im Judentum gewahrt?

4. Spätantike Debatten: Der Dekalog zwischen Christen, Juden und Griechen

5. Fazit