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Disability, Faciality, and Redaction

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Grant F. Gates untersucht Texte des "deuteronomistischen Geschichtswerks" aus der Perspektive der Disability Studies und der Kritischen Theorie. Er kann einerseits zeigen, dass Israel und Juda unterschiedliche Konzepte von Behinderung entwickelten; andererseits eröffnen sich mit...
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  • 01 September 2026
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Die meisten Studien, die sich aus der Perspektive der Disability Studies mit der Bibelwissenschaft befassen, stützen sich in erster Linie auf synchrone Ansätze zur Auslegung des biblischen Textes. Zwar wurden historische Aspekte nicht außer Acht gelassen, doch wurden historisch-kritische Ansätze nicht hinreichend in einen Dialog mit den Disability Studies gebracht. Grant F. Gates interpretiert das deuteronomistische Geschichtswerk diachron mittels Erkenntnissen aus den Disability Studies, um redaktionskritische Fragen zu erörtern. Er argumentiert, dass sich im 9. bis 6. Jh. v. Chr. in Juda andere Vorstellungen von Behinderung herausbildeten als im nördlichen Königreich Israel. Der Autor stützt sich auf die kritische Theorie von Gilles Deleuze und Félix Guattari, insbesondere auf deren Konzept der Facialität. Spätere Entwicklungen der Deleuze-Guattari-Theorie haben eine nicht-repräsentative Theorie hervorgebracht; der Autor schlägt die Anwendung eines solchen Theorieansatzes vor, der in erster Linie auf Facialität aufbaut. Unterscheidbar werden damit im dtr. Geschichtswerk unterschiedliche Facialitäten für ähnliche Beeinträchtigungen von Behinderung, speziell eine israelisch-nördliche und eine judäisch-südliche. Konkret untersucht der Autor Sehbehinderungen, Hautkrankheiten und Mobilitätseinschränkungen im dtr. Geschichtswerk und argumentiert, dass im Norden weniger entwickelte, weniger identitätsstiftende und flexiblere Vorstellungen von Behinderung vorhanden waren, im Süden hingegen stärker entwickelte, repräsentativere und territorialisiertere Vorstellungen. Diese Unterschiede kann man mit Fragen an die Redaktion der Texte koppeln, besonders fruchtbar etwa in der David-Erzählung. Die Auseinandersetzung mit Darstellungen von Behinderung durch einen nicht-repräsentativen Ansatz offenbart die inhärente Instabilität von Behinderungskategorien. Mit der Betonung des repräsentativen Charakters von Behinderung als „Facialität" übt die Studie eine umfassendere Kritik der Repräsentation und ermöglicht so eine Deterritorialisierung von Behinderung im dtr. Geschichtswerk.
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Price: £85.00
Pages: 265
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Forschungen zum Alten Testament 2. Reihe
Publication Date: 01 September 2026
ISBN: 9783162006356
Format: Paperback
BISACs:

RELIGION / Biblical Studies / Old Testament, Altes Testament, SOCIAL SCIENCE / Sociology / General, Kritik und Exegese heiliger Texte, Behinderung: soziale Aspekte

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Geboren 1994; 2026 Promotion an der Claremont School of Theology; Adjunct Instructor an der Claremont School of Theology; Manager für biblische und theologische Zusammenarbeit bei Joni and Friends.

1. Introduction
1.1. Introduction
1.2. Proposed Thesis
1.3. Literature Review: Disability and the Bible
1.4. Literature Review: Deuteronomistic History
1.5. Place of This Study
1.6. Plan of This Study
2. Toward a Non-Representational Methodology for Disability
2.1. Introduction
2.2. Deleuzoguattarian Concepts for Theorizing Non-Representational Disability
2.3. Non-Representational Disability
2.4. Concerning Historical Method
2.5. Conclusion
3. Visual Impairment in the Deuteronomistic Collection
3.1. Introduction
3.2. Pair 1: Blindness in Deuteronomy and 2 Kings 6:8-23
3.3. Pair 2: Prophets and Blindness; Eli and Ahijah
3.4. Pair 3: Samson and Zedekiah
3.5. Conclusions on Visual Impairments in the Deuteronomistic Collection
4. Skin Disease in the Deuteronomistic Collection
4.1. Introduction
4.2. Skin Disease in the Ancient Near East
4.3. Skin Disease in the Northern Kingdom
4.4. Skin Disease in the Southern Kingdom
4.5. Conclusion
5. Mobility Impairments in the Deuteronomistic Collection
5.1. Introduction
5.2. Semantics of Mobility Impairments in the Hebrew Bible
5.3. Reading the David Story with Mobility Impairment
5.4. Mobility Impairments Elsewhere in the Deuteronomistic Collection
5.5. Conclusion
6. Conclusion
6.1. Review of Argument
6.2. Faciality and Disability
6.3. North, South, and Disability
6.4. Redactional Development of the Deuteronomistic Collection
6.5. Potential for Future Research in Biblical Studies