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Die mittelbare Täterschaft als Zurechnungsbegrenzung

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Mittelbare Täterschaft wird bislang als Zurechnungsmechanismus verstanden. Johannes Gründel hinterfragt dieses Verständnis und untersucht, ob stattdessen der kausale Verursachungsbeitrag des Hintermanns in den Mittelpunkt gerückt und das Verhalten des Vordermanns im Rahmen der objektiven Zurechnung...
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  • 30 June 2026
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Die mittelbare Täterschaft wird meist als Zurechnungsmechanismus verstanden, bei dem das Verhalten des Vordermanns dem Hintermann zugerechnet wird. Johannes Gründel prüft, ob auf diese Handlungszurechnung verzichtet und stattdessen der kausale Verursachungsbeitrag des Hintermanns in den Mittelpunkt gerückt werden kann. Entscheidend ist, ob das Verhalten des Vordermanns den Zurechnungszusammenhang unterbricht oder der Erfolg dem Hintermann objektiv zurechenbar bleibt. Die objektive Zurechnung wird dabei um täterschaftliche Verantwortung ergänzt; zugleich bleiben klassische Fallgruppen wie eigenverantwortliches Dazwischentreten und atypische Kausalverläufe relevant. Täterschaftliche Verantwortung ergibt sich aus Tatherrschaft, soweit sie nicht normativ verdrängt wird, oder aus normativer Zuschreibung, etwa über Sorgfaltsnormen. In klassischen Fällen eines Strafbarkeitsdefizits bleibt der Zurechnungszusammenhang wegen fehlender Verantwortung des Vordermanns grundsätzlich bestehen. Der Ansatz erklärt überzeugend Konstellationen des Täters hinter dem Täter, insbesondere beim manipulierten error in persona vel obiecto und beim graduellen Tatbestandsirrtum. Auch Organisationsherrschaft lässt sich so über Tatherrschaft erfassen. Für die allgemeinen Lehren zeigt sich zudem eine bislang nicht anerkannte Rücktrittsmöglichkeit: ein Rücktritt nach § 24 I 1 Alt. 1 StGB durch Wiederherstellung der Eigenverantwortlichkeit des Opfers. Abschließend entwickelt Johannes Gründel ein dreistufiges Prüfungsmodell für eigenhändige Delikte: Wortlautgrenze, Kausalkette und Einbindung der Täterperson in den Zurechnungszusammenhang.
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Price: £110.60
Pages: 387
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Studien und Beiträge zum Strafrecht
Publication Date: 30 June 2026
ISBN: 9783162004093
Format: Hardcover
BISACs:

LAW / Criminal Law / General, Strafrecht, allgemein, PHILOSOPHY / General, Rechtsmethodik, Rechtstheorie und Rechtsphilosophie

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Geboren 1993; 2025 Promotion (Erlangen-Nürnberg); Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Rechtsreferendariat am OLG Bamberg.

Einleitung
Kapitel 1: Bisheriges Verständnis von mittelbarer Täterschaft und objektiver Zurechnung
§ 1 Bisheriges Verständnis der mittelbaren Täterschaft
§ 2 Bisheriges Verständnis der objektiven Zurechnung
Kapitel 2: Allgemeine Schwierigkeiten der h.M.
§ 1 Zwei normative Einschränkungen
§ 2 Unterschiedliche Anforderungen an Zurechnung bei Vorsatz- und Fahrlässigkeitsdelikt
§ 3 Täter hinter dem Täter
§ 4 Friktionen der herrschenden Meinung
§ 5 Zusammenfassung
Kapitel 3: Mittelbare Täterschaft als eigener neuartige Ansatz einer Zurechnungsbegrenzung
§ 1 Inkorporierung der mittelbaren Täterschaft in die objektive Zurechnung
§ 2 Die verschiedenen Täterformen des § 25 StGB
§ 3 Kriterien der objektiven Zurechnung nach diesem Ansatz
§ 4 Auswirkungen des eigenen Ansatzes auf allgemeine Lehren
§ 5 Zusammenfassung des eigenen Ansatzes
Resümee