We're sorry. An error has occurred
Please cancel or retry.
Compassion
Some error occured while loading the Quick View. Please close the Quick View and try reloading the page.
- Format:
-
30 October 2026
Compassion ist bei Metz kein Einzelthema, sondern im Gesamtkontext seines Denkens zu erschließen und bedarf der Weiterentwicklung mit zeitgenössischen Denkfiguren. Unter Bezugnahme auf ausgewählte Kritik an der politischen Theologie, in welche die Compassion eingebettet ist, bietet es sich an, das narrativ-praktische Christentum zu einem mytho-compathischen Christentum weiterzuentwickeln. Die Aufgabe besteht darin, eine philosophisch-theologische Fundierung und Verortung der Compassion zu leisten.
Die methodischen Verfahrensweisen sind im Blick auf die Thesen und Argumente reorganisierend-analytisch, konstruktiv-kritisch und somit hermeneutisch. Ferner zeigt der fortlaufende Vergleich mit den ausgewählten existenz-orientierten Denkerinnen und Denkern eine existentielle Einbindung der Theologie bei Metz an.
Das mytho-compathische Christentum fügt den transzendenten, unverfügbaren Gott und die erlösungsbedürftige Welt symbiotisch zusammen. Wenn jedes Vernunft- und Sprachvermögen dem (Ur-)Bild folgt, wenn Mythologie eben jenes versucht ins Wort zu bringen, was ohne Worte ist, wenn Religiosität - in besonderer Weise die christliche, ekklesiologisch geformte Religiosität - konstitutiv-erinnerungsstiftend ist, wenn ein zentrales Element dieser anamnetischen Struktur das Mitleid ist und wenn die gottesdienstliche Praxis stetig das Leben und Wirken Jesu - auch imperativisch - vergegenwärtigt, ergibt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem einen Sein und dem Mitleid, zwischen der Bildlichkeit und der Compassion. Die Kraft zur Compassion ergibt sich für Christen aus dem mythologischen, bildreichen (Sprach-)Gestus der liturgisch-anamnetischen Rückbindung an den dreieinen Gott. Jedwede Versuche, christliches Denken und Handeln zu differenzieren, zu kategorisieren und zu priorisieren lassen die ursprüngliche Bildlichkeit des Einen außen vor und verkennen die ihr immanente interdependente Struktur.
RELIGION / Christian Theology / Systematic, Systematische Theologie / Dogmatik, RELIGION / Religion, Politics & State, RELIGION / Philosophy, Religion und Politik, Religionsphilosophie
1. Einleitung
1.1 Themenstellung und Problemorientierung
1.2 Mitleid: Terminologische Abgrenzungen
1.3 Philosophische Kritik am Mitleid
1.4 Mitleid und politische Theologie
2. Existenz-orientiertes Denken bei Johann Baptist Metz
2.1 Die Wende zur Anthropozentrik
2.2 Der Schrei der Verzweiflung
2.3 Das Subjekt als politisches Subjekt
2.4 Die Existenz als Selbstvollzug
3. Compassion: theologisch-anthropologische Konturen
3.1 Biblisch-theologischer Zugang zur Compassion
3.2 Systematisch-theologische Implikationen
4. Compassion: gesellschaftlich-politische Dimensionen
4.1 Compassion in einer Zeit der Gotteskrise
4.2 Compassion als Weltprogramm
4.3 Compassion und das narrativ-praktische Christentum
5. Analogien zur Compassion in der evangelischen Theologie: Zwei Beispiele
5.1 Bonhoeffer und Metz
5.2 Moltmann und Metz
5.3. Quintessenz: Mut zum Sein
6. Analogien zur Compassion im existenz-orientierten Denken
6.1 Mitleid bei Arthur Schopenhauer
6.2 Kommunikation bei Karl Jaspers
6.3 Mitsein bei Martin Heidegger
6.4 Solidarität bei Hannah Arendt
6.5 Achtung bei Jeanne Hersch
7. Compassion als Bildungsauftrag: Kontexte und Konkretisierungen
7.1 Biblischer Rückbezug: Sehen und doch nicht sehen (Mk 4)
7.2 Fürsorge und Prosozialität: Kontextuelle Einordnung der Gefühle
7.3 Theologisch-pädagogische Annäherungen
7.4 Die Freiheit verantworten: Habituelle Bildung
8. Das mytho-compathische Christentum: Ein Paradigma zur Theoriebildung
8.1 Kritische Aspekte zur politischen Theologie
8.2 Theologische Implikationen zur Erinnerungskultur
8.3 Kulturwissenschaftliche Theorien zu Gedächtnis und Erinnerung
8.4 Das mytho-compathische Christentum
8.5 Compathische Bildung durch Erinnerung
9. Schluss