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Zur Bestimmtheit des Handlungsunwerts von Fahrlassigkeitsdelikten
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English summary: There is still no actual definition of the concept of negligence in criminal law. Gunnar Duttge gives a precise explanation of the term punishable negligence, thus doing away with ...
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08 January 2001
English summary: There is still no actual definition of the concept of negligence in criminal law. Gunnar Duttge gives a precise explanation of the term punishable negligence, thus doing away with all those problems which prevail when applying this term in practice. He develops a completely new standard for punishable negligence which fulfils the increasing demands for a decriminalization of moderately severe negligence and which offers valuable help when legal decisions have to be made and the question is where to draw the important line between a mere accident and a punishable offence.
German description: Noch immer liegt der eigentliche Sinngehalt des strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeitsbegriffs im Dunkeln. Festzustellen ist vielmehr ein 'verwirrender Streitstand', den die Strafrechtsdogmatik bisher noch nicht in eine auch nur einigermassen zufriedenstellende Konzeption auflosen konnte. Fur die Rechtsanwendung bringt dies schwerwiegende Unsicherheiten mit sich, weil auf der Basis hochst substanzarmer Generalklauseln wie 'Sorgfaltspflichtverletzung', 'Uberschreiten des erlaubten Risikos' oder 'Erkennbarkeit der Tatbestandsverwirklichung' ein jeder auf sich selbst verwiesen bleibt, letztlich die jeweils massgebliche Sorgfaltsregel zu bilden. Gerade fur den Fahrlassigkeitsbegriff, der die untere Grenze der Strafbarkeit markiert, lasst sich ein solcher Befund nicht hinnehmen. Schliesslich ist den rechtsunterworfenen Burgern durch das Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG ( 1 StGB) die notige Voraussehbarkeit der Rechtslage garantiert, damit das Verhalten hiernach eingerichtet und insbesondere das Risiko einer Bestrafung gemieden werden kann.
Gunnar Duttge zeigt, dass das Bestimmtheitsgebot auch fur den Bereich strafbarer Fahrlassigkeit einen realistischen Anspruch postuliert. Im Wege einer eingehenden Analyse der Rechtsprechung filtert er als Kern jeder strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeit ein sogenanntes 'Veranlassungsmoment' heraus, das er mit Hilfe kognitionspsychologischer Erkenntnisse durch ein 'fahrlassigkeitsspezifisches Merkmalsprofil' prazisiert und so fur die Rechtsanwendung handhabbar macht. Am Ende steht ein vollig neuartiges Modell strafbarer Fahrlassigkeit, das sich einerseits mit den vermehrt erhobenen Forderungen nach einer Entkriminalisierung selbst der mittleren Fahrlassigkeit trifft. Andererseits bietet es der Rechtspraxis wertvolle Entscheidungshilfen, wenn die fundamentale Grenze zwischen blossem Ungluck und strafbarem Unrecht in Frage steht.
German description: Noch immer liegt der eigentliche Sinngehalt des strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeitsbegriffs im Dunkeln. Festzustellen ist vielmehr ein 'verwirrender Streitstand', den die Strafrechtsdogmatik bisher noch nicht in eine auch nur einigermassen zufriedenstellende Konzeption auflosen konnte. Fur die Rechtsanwendung bringt dies schwerwiegende Unsicherheiten mit sich, weil auf der Basis hochst substanzarmer Generalklauseln wie 'Sorgfaltspflichtverletzung', 'Uberschreiten des erlaubten Risikos' oder 'Erkennbarkeit der Tatbestandsverwirklichung' ein jeder auf sich selbst verwiesen bleibt, letztlich die jeweils massgebliche Sorgfaltsregel zu bilden. Gerade fur den Fahrlassigkeitsbegriff, der die untere Grenze der Strafbarkeit markiert, lasst sich ein solcher Befund nicht hinnehmen. Schliesslich ist den rechtsunterworfenen Burgern durch das Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG ( 1 StGB) die notige Voraussehbarkeit der Rechtslage garantiert, damit das Verhalten hiernach eingerichtet und insbesondere das Risiko einer Bestrafung gemieden werden kann.
Gunnar Duttge zeigt, dass das Bestimmtheitsgebot auch fur den Bereich strafbarer Fahrlassigkeit einen realistischen Anspruch postuliert. Im Wege einer eingehenden Analyse der Rechtsprechung filtert er als Kern jeder strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeit ein sogenanntes 'Veranlassungsmoment' heraus, das er mit Hilfe kognitionspsychologischer Erkenntnisse durch ein 'fahrlassigkeitsspezifisches Merkmalsprofil' prazisiert und so fur die Rechtsanwendung handhabbar macht. Am Ende steht ein vollig neuartiges Modell strafbarer Fahrlassigkeit, das sich einerseits mit den vermehrt erhobenen Forderungen nach einer Entkriminalisierung selbst der mittleren Fahrlassigkeit trifft. Andererseits bietet es der Rechtspraxis wertvolle Entscheidungshilfen, wenn die fundamentale Grenze zwischen blossem Ungluck und strafbarem Unrecht in Frage steht.
Price: £170.00
Pages: 586
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Publication Date:
08 January 2001
ISBN: 9783161475245
Format: Hardcover
BISACs:
LAW / Criminal Law / General, LAW / Criminal Procedure, Criminal law: procedure and offences, Criminal procedure