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Schadensersatz bei Tötung

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Im deutschen Recht erhalten Hinterbliebene bei Tötungsfällen eine vergleichsweise geringe Entschädigung. Dies wird als »Tötung zum Nulltarif« kritisiert. Julien Schickling zeigt, dass das japanische Recht wichtige Anregungen für eine Weiterentwicklung liefern kann, insbesondere auch im...
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  • 03 August 2026
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Seit Jahren wird die deliktische Schadensersatzpflicht bei Tötungen im deutschen Recht diskutiert. Zwar führte der Gesetzgeber 2017 das Hinterbliebenengeld (§ 844 Abs. 3 BGB) ein, doch gilt der restriktive Ansatz weiterhin als unbefriedigend. Bei der Tötung eines Kindes wird nur ein geringes Hinterbliebenengeld gewährt. Dies wird als »Tötung zum Nulltarif« kritisiert. Das japanische Recht verfolgt einen anderen Ansatz: Erben können sowohl den Erwerbsschaden als auch Schmerzensgeld wegen der Verletzung des Lebens geltend machen. Diese »Vererbungstheorie« führt zu deutlich höheren Entschädigungen und ist bislang kaum in deutscher Sprache erforscht. Julien Schickling zeigt auf Grundlage eines funktionalen Rechtsvergleichs auf, dass dem japanischen Recht wichtige Impulse für eine Fortentwicklung des deutschen Rechts entnommen werden können. Julien Schickling beleuchtet eine mögliche Haftungserweiterung auch unter rechtsökonomischen Gesichtspunkten, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Anreizwirkung des Haftungsrechts. Er untersucht schließlich aus einer rechtssoziologischen Perspektive, wie Streitigkeiten bei den praxisrelevanten Verkehrsunfällen mit Todesfolge beigelegt werden. Zu diesem Zweck hat er in Japan zahlreiche Experteninterviews mit den an der Streitbeilegung beteiligten Akteuren geführt. Das japanische Recht könnte auch in diesem Bereich als Vorbild für das deutsche Recht dienen. Eine stärkere Standardisierung der Schadensbeträge, mehr Möglichkeiten der alternativen Streitbeilegung sowie eine erhöhte Spezialisierung der Entscheidungsträger könnten zu einer zügigen, einheitlichen und kostengünstigen außergerichtlichen Streitbeilegung zugunsten der Hinterbliebenen beitragen.
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Price: £104.90
Pages: 331
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Schriften zum Ostasiatischen Privatrecht
Publication Date: 03 August 2026
ISBN: 9783162006295
Format: Hardcover
BISACs:

LAW / Liability, Unerlaubte Handlungen, Deliktrecht, Schmerzensgeld, Schadensersatz, LAW / Torts, LAW / Comparative, Rechtsvergleichung

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Geboren 1997; Studium der Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, der University of Florida (USA) und der Osaka-Universität (Japan); 2021 Erste Juristische Prüfung; 2023 Zweite Juristische Staatsprüfung; 2025 Promotion (Frankfurt); Rechtsanwalt in einer internationalen Wirtschaftskanzlei in Frankfurt am Main.

§ 1 Einleitung
A. Gegenstand der Untersuchung
B. Methode der Untersuchung
C. Ziele und Gang der Untersuchung
D. Darstellung japanischer Begriffe
§ 2 Deutsches Recht
A. Historische Entwicklung und Grundlagen des Deliktsrechts
B. Deliktisches Haftungskonzept bei Tötungen
C. Einzelne Schadenspositionen bei Tötungen
D. Streitbeilegung bei tödlichen Verkehrsunfällen
§ 3 Japanisches Recht
A. Historische Entwicklung und Grundlagen des Deliktsrechts
B. Deliktisches Haftungskonzept bei Tötungen
C. Einzelne Schadenspositionen bei Tötungen
D. Streitbeilegung bei tödlichen Verkehrsunfällen
§ 4 Rechtsvergleich
A. Vergleich der Rechtsordnungen
B. Bewertung der Unterschiede
§ 5 Vorschlag zur Fortentwicklung des deutschen Rechts
A. Wahlrecht beim Ersatz des Unterhaltsschadens
B. Unterhaltsschaden bei faktischer Unterhaltsgewährung
C. Ersatz für den Einkommensverlust des Getöteten
D. Schmerzensgeld wegen Verletzung des Lebens
E. Fazit
§ 6 Abschließende und zusammenfassende Thesen