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Produktive Rezeptionen der Bergpredigt bei Tholuck und Baur

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Welche Rolle spielte die Bergpredigt im akademischen Diskurs des 19. Jahrhunderts? Wie erlangte gerade sie ihre hervorgehobene Stellung? Joel Klenk und Jan Reitzner setzen exemplarisch bei August Tholuck und Ferdinand Christian Baur als Schlüsselgestalten der...
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  • 30 November 2026
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Joel Klenk und Jan Reitzner untersuchen die Auslegungen der Bergpredigt (Mt 5-7) bei Ferdinand Christian Baur und August Gottreu Tholuck und analysieren sie als exemplarische Beiträge zur produktiven Rezeptionsgeschichte eines zentralen neutestamentlichen Textes im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Wissenschaftsraum. Ausgangspunkt ist die These, dass sich am aktualisierenden Umgang mit der Bergpredigt grundlegende Transformationen der theologischen Wissenschaft in einer entscheidenden Zeit beobachten lassen. Methodisch verbindet die Untersuchung Ansätze der Rezeptions-, Wirkungs- und Auslegungsgeschichte zu einem Verständnis von Auslegung als produktiver Rezeption, bei der Text und Interpret in einem dynamischen Wechselverhältnis stehen. Kommentarliteratur wird dabei als Metatext verstanden, der das semantische Potential eines biblischen Textes in jeweils neuen historischen Kontexten aktualisiert. Die Analyse zeigt, dass Tholuck die Bergpredigt christologisch und soteriologisch interpretiert und dabei philologische Präzision mit der Frömmigkeit der Erweckungsbewegung verbindet. Dabei ist seine breite Wahrnehmung jüdischer, islamischer und internationaler Forschungsliteratur bemerkenswert. Baur hingegen integriert die Bergpredigt in eine umfassende historisch-kritische Rekonstruktion der Entstehung des frühen Christentums und versteht sie als Ausdruck der ursprünglichen moralisch-ethischen Religiosität Jesu, die er in einen geschichtlichen Gesamtzusammenhang mit dem christlichen Bewusstsein seiner Tage setzt. Es wird deutlich, dass beide Autoren, trotz aller ihrer Gegensätze, auch durch entscheidende Gemeinsamkeiten verbunden sind, wie etwa die Beschäftigung mit der Bergpredigt überhaupt und ihren Anspruch auf wissenschaftliche Theologie.
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Price: £67.60
Pages: 180
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: History of Biblical Exegesis
Publication Date: 30 November 2026
ISBN: 9783162006608
Format: Paperback
BISACs:

RELIGION / Biblical Studies / New Testament, Neues Testament, RELIGION / Theology, RELIGION / History, Kritik und Exegese heiliger Texte, Theologie, Geschichte der Religion

REVIEWS Icon
Joel Klenk (Von (Autor))
Geboren 1994; 2024 Promotion in Tübingen; wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neues Testament III der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Jan Reitzner (Von (Autor))
Geboren 1995; 2022 Promotion in Göttingen; Habilitand am Institut für Spätmittelalter und Reformation an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen.

1. Einleitung: Warum Auslegungsgeschichte? - Warum Tholuck und Baur?
2. Warum die Bergpredigt? Stationen einer Auslegungsgeschichte.
3. Tholuck: Die verheißungsvolle Predigt des göttlichen Erlösers
3.1. Philologisch-theologische Auslegung
3.2. Historische Einordnung und theologische Erträge
4. Baur: Jesu Lehre der reinen Sittlichkeit als erster Ursprung des Christentums
4.1. Bergpredigt und Lehre Jesu. Der vorpaulinische Ursprung
4.2. Historische Einordnung und theologische Erträge.
5. Eine produktive Rezeption der Bergpredigt im 19. Jahrhundert
5.1. Das 19. Jahrhundert? Oder: Tholuck und Baur
5.2. Produktive Rezeption? Oder: Wahrheit und Unabgeschlossenheit
5.3. Die Bergpredigt? Oder: Exegetische Erträge
6. English summary