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Judische Hagiographie im mittelalterlichen Aschkenas
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11 May 2006
English summary: Lucia Raspe explores the origins of the corpus of hagiographic tales about the great luminaries of medieval Ashkenaz that was first printed, in both Hebrew and Yiddish, towards the end of the sixteenth century. Tracing a number of these tales back into manuscript and oral tradition, the study shows how traditional narratives were linked to historical heroes in the course of what was an essentially literary dynamic. Once such a link had been established, however, some of these narratives seem to have taken on a life of their own. Thus, they may offer a glimpse of a sort of grassroots veneration of saints after all.
German description: Ein Corpus hagiographisch stilisierter Erzahlungen uber die grossen Gelehrten des mittelalterlichen Aschkenas wird am Ausgang des 16. Jahrhunderts fast gleichzeitig in zwei einflussreichen Druckwerken greifbar, dem hebraischen Schalschelet haqabbala und dem jiddischen Mayse Bukh. Lucia Raspe verfolgt vier solcher Erzahlungen, in denen sich die beiden Uberlieferungskreise beruhren, in die handschriftliche und die dahinter zu vermutende mundliche Uberlieferung zuruck, sie fragt nach dem eigentlichen Erzahlanlass und dem Kontext der ersten Niederschrift. Auf einer breiten Textgrundlage kann sie zeigen, dass die Anknupfung traditioneller Erzahlstoffe an bestimmte historische - oder als historisch aufgefasste - Figuren einer primar literarischen Dynamik geschuldet ist, in der Martyrologie, Historiographie, Literaturgeschichte, Familienuberlieferung und das stets zwiespaltige Beispiel der christlichen Heiligenlegende samtlich eine Rolle spielten. Gleichzeitig lassen die stark lokal gepragten Texte ahnen, wie sich die hagiographische Uberlieferung innerhalb der jeweiligen Gemeinden in Ansatzen lokaler judischer Heiligenverehrung niedergeschlagen haben konnte.
German description: Ein Corpus hagiographisch stilisierter Erzahlungen uber die grossen Gelehrten des mittelalterlichen Aschkenas wird am Ausgang des 16. Jahrhunderts fast gleichzeitig in zwei einflussreichen Druckwerken greifbar, dem hebraischen Schalschelet haqabbala und dem jiddischen Mayse Bukh. Lucia Raspe verfolgt vier solcher Erzahlungen, in denen sich die beiden Uberlieferungskreise beruhren, in die handschriftliche und die dahinter zu vermutende mundliche Uberlieferung zuruck, sie fragt nach dem eigentlichen Erzahlanlass und dem Kontext der ersten Niederschrift. Auf einer breiten Textgrundlage kann sie zeigen, dass die Anknupfung traditioneller Erzahlstoffe an bestimmte historische - oder als historisch aufgefasste - Figuren einer primar literarischen Dynamik geschuldet ist, in der Martyrologie, Historiographie, Literaturgeschichte, Familienuberlieferung und das stets zwiespaltige Beispiel der christlichen Heiligenlegende samtlich eine Rolle spielten. Gleichzeitig lassen die stark lokal gepragten Texte ahnen, wie sich die hagiographische Uberlieferung innerhalb der jeweiligen Gemeinden in Ansatzen lokaler judischer Heiligenverehrung niedergeschlagen haben konnte.
Price: £145.00
Pages: 403
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Texts and Studies in Medieval and Early Modern Judaism
Publication Date:
11 May 2006
ISBN: 9783161485756
Format: Hardcover
BISACs:
HISTORY / Jewish, HISTORY / Europe / Medieval, RELIGION / Judaism / History, European history: medieval period, middle ages, Social and cultural history, History of religion, Judaism