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Ganzheit und Kontrafaktizitat
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12 September 2014
German description: Sosehr die christliche Glaubensreligion von Individuen praktiziert wird, sosehr bleibt der eigene Glaube ohne soziale Kommunikation leer. Seine symbolischen Artikulationsmuster sind kulturell vermittelt, er lebt von gemeinschaftlicher Darstellung. Christliche Religion hat einen Anker im Subjektiven und Innerlichen, aber sie drangt ebenso auf Ausserung und Betatigung im Intersubjektiven. Beides kommt nicht einfach zur Deckung. Die Wechselverhaltnisse des Individuellen und des Sozialen gewinnen gerade dadurch Dynamik, dass nicht alles zusammenstimmt. So geht der Glaube der Einen mit Anspruchen an Andere einher, und Religion kann auch auf andere, nichtreligiose Formen wie Politik, Wissenschaft oder Erziehung Einfluss nehmen oder sich darin zeigen. Religion hat einen hybriden Charakter. In ihrem wirklichen Vorkommen ist sie immer auch noch etwas anderes als blosse Religion. Jorg Dierken geht dieser Hybriditat anhand zweier gegenlaufiger Grundmotive des Religiosen nach: Einerseits der Tendenz, alles Vereinzelte in einen Zusammenhang umfassender Ganzheit zu bringen, andererseits dem Bestreben, eine kontrafaktische Gegen-Welt darzustellen.
PHILOSOPHY / Religious, RELIGION / Christianity / General, Philosophy of religion, Christianity