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Besitzmittlungswille und mittelbarer Besitz
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English summary: Guido Bomer presents a new look at the institution of indirect possession in German civil law. Indirect possession occurs when a person physically controls an object and that perso...
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09 March 2009
English summary: Guido Bomer presents a new look at the institution of indirect possession in German civil law. Indirect possession occurs when a person physically controls an object and that person has the status of a lessee, a pawn creditor or a similar position. The lessor, pawn debtor etc, is said to have indirect possession while the person exercising physical control has direct possession. Indirect possession has great practical importance in the law of secured transactions. According to most courts and legal scholars, indirect possession cannot exist unless the direct possessor acknowledges the indirect possessor's superior position and thus ends when the direct possessor wants it to end. The author challenges this view. For the drafters of the German Civil Code, indirect possession was to be determined by objective factors only. They did not assign any importance to the direct possessor's intentions.
German description: Zur Frage der Beendigung des mittelbaren Besitzes, die in der Kreditsicherungspraxis von erheblicher Bedeutung ist, hat sich seit Inkrafttreten des BGB eine feste herrschende Ansicht gebildet. Sie sieht einen beliebig anderbaren Besitzmittlungswillen des unmittelbaren Besitzers als Voraussetzung des mittelbaren Besitzes an und lasst diesen Besitz deshalb enden, sobald der unmittelbare Besitzer erkennen lasst, dass er seinen Besitz nicht langer fur den bisherigen mittelbaren Besitzer ausuben will. Dies fuhrt zu Wertungswiderspruchen und praktischen Ergebnissen, die auch Vertreter der herrschenden Ansicht als unbefriedigend empfinden.
Guido Bomer stellt die angebliche Voraussetzung eines Besitzmittlungswillens auf den Prufstand. In einer umfangreichen historischen Untersuchung wertet er vor dem Hintergrund des Romischen und Gemeinen Rechts die Gesetzesmaterialien aus und erschliesst so das Verstandnis, das die Gesetzesverfasser der Regelung des Besitzrechts im BGB zugrunde gelegt haben. Es zeigt sich, dass die Figur des mittelbaren Besitzes nicht eingefuhrt wurde, weil die Gesetzesverfasser eine tatsachliche Sachherrschaft des mittelbaren Besitzers annahmen, die sich auf einen Besitzmittlungswillen grundete, sondern weil die Besitzfolgen auf den mittelbaren Besitzer um seines schutzwurdigen Interesses willen erstreckt werden sollten. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelt der Autor seine These vom mittelbaren Besitz als objektivem Zuordnungsverhaltnis von Rechtsfolgen, auf deren Grundlage etwa ein Wertungswiderspruch zwischen 933 und 934 BGB von vornherein nicht besteht.
German description: Zur Frage der Beendigung des mittelbaren Besitzes, die in der Kreditsicherungspraxis von erheblicher Bedeutung ist, hat sich seit Inkrafttreten des BGB eine feste herrschende Ansicht gebildet. Sie sieht einen beliebig anderbaren Besitzmittlungswillen des unmittelbaren Besitzers als Voraussetzung des mittelbaren Besitzes an und lasst diesen Besitz deshalb enden, sobald der unmittelbare Besitzer erkennen lasst, dass er seinen Besitz nicht langer fur den bisherigen mittelbaren Besitzer ausuben will. Dies fuhrt zu Wertungswiderspruchen und praktischen Ergebnissen, die auch Vertreter der herrschenden Ansicht als unbefriedigend empfinden.
Guido Bomer stellt die angebliche Voraussetzung eines Besitzmittlungswillens auf den Prufstand. In einer umfangreichen historischen Untersuchung wertet er vor dem Hintergrund des Romischen und Gemeinen Rechts die Gesetzesmaterialien aus und erschliesst so das Verstandnis, das die Gesetzesverfasser der Regelung des Besitzrechts im BGB zugrunde gelegt haben. Es zeigt sich, dass die Figur des mittelbaren Besitzes nicht eingefuhrt wurde, weil die Gesetzesverfasser eine tatsachliche Sachherrschaft des mittelbaren Besitzers annahmen, die sich auf einen Besitzmittlungswillen grundete, sondern weil die Besitzfolgen auf den mittelbaren Besitzer um seines schutzwurdigen Interesses willen erstreckt werden sollten. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelt der Autor seine These vom mittelbaren Besitz als objektivem Zuordnungsverhaltnis von Rechtsfolgen, auf deren Grundlage etwa ein Wertungswiderspruch zwischen 933 und 934 BGB von vornherein nicht besteht.
Price: £92.00
Pages: 282
Publisher: Mohr Siebeck
Imprint: Mohr Siebeck
Series: Studien zum Privatrecht
Publication Date:
09 March 2009
ISBN: 9783161497698
Format: Hardcover
BISACs:
LAW / Civil Law, Systems of law: civil codes / civil law